CANIKRAFT BLOG
Schön, dass du hier bist!
In diesem Blog möchte ich dich ab jetzt regelmäßig mitnehmen in die Welt der Hundephysiotherapie. Dich erwarten praktische Tipps, verständliches Wissen rund um Bewegung, Gesundheit und Wohlbefinden deines Hundes.
Ob junger, aktiver Hund, Vierbeiner nach einer Verletzung oder Senior auf vier Pfoten – jeder Hund profitiert von guter Bewegung, gezielter Unterstützung und einem liebevollen Blick auf seinen Körper.
Ab sofort wird hier jede Woche ein neuer Beitrag erscheinen. Wenn dich bestimmte Themen besonders interessieren, sprich mich gerne darauf an – ich freue mich über Anregungen und Fragen!
Warum Hundephysiotherapie so wertvoll ist
Vielleicht fragst du dich, ob Physiotherapie wirklich nur etwas für alte oder kranke Hunde ist. Die Antwort ist: Nein. Hundephysiotherapie kann in ganz vielen Lebensphasen sinnvoll und unterstützend sein – präventiv, begleitend oder rehabilitierend.
Hunde sind echte Bewegungskünstler. Sie rennen, springen, spielen, toben und oft merkt man ihnen lange nicht an, wenn etwas nicht stimmt. Viele Hunde kompensieren Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen über Monate oder sogar Jahre. Erst wenn sie langsamer werden, nicht mehr ins Auto springen oder sich ungern hinlegen und aufstehen, fällt auf: Irgendetwas ist anders.
Genau hier setzt die Hundephysiotherapie an, denn sie ist mehr als nur „Behandlung“.
Physiotherapie bedeutet nicht nur, Symptome zu behandeln. Es geht darum, deinen Liebling als Ganzes zu sehen: seinen Körper, seine Bewegungsmuster, seine Geschichte und auch sein Wesen.
Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit zu erhalten oder zurückzugewinnen, Muskulatur aufzubauen oder zu stabilisieren und vor allem: Lebensqualität zu schenken!
Das gilt für Hunde nach Operationen oder Verletzungen genauso wie für Hunde mit Arthrose, Rückenproblemen oder für Senioren. Aber auch junge, aktive Hunde profitieren von gezielter Unterstützung - zum Beispiel zur Prävention oder bei sportlicher Belastung.


Wann ist Hundephysio sinnvoll?
Viele Hundehalter verbinden Physiotherapie mit Erkrankungen oder Operationen. Dabei beginnt körperliches Unwohlsein meist viel früher – oft leise, schleichend und leicht zu übersehen.
Hunde sind Meister darin, Schmerzen zu kompensieren. Sie zeigen selten deutlich, dass ihnen etwas wehtut. Stattdessen passen sie ihr Verhalten an. Genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Typische Anzeichen, die auf körperliche Einschränkungen hinweisen können:
- Dein Hund steht langsamer auf oder legt sich vorsichtiger hin
- Er bewegt sich insgesamt steifer, vor allem nach Ruhephasen
- Er meidet bestimmte Bewegungen wie Springen oder Treppen
- Das Gangbild wirkt unrund oder „irgendwie anders“
- Dein Hund wirkt schneller erschöpft oder weniger spielfreudig
Physiotherapie ist nicht nur etwas für „Problemfälle“
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Hundephysiotherapie erst dann sinnvoll ist, wenn bereits eine Diagnose vorliegt. Tatsächlich kann sie gerade präventiv sehr wertvoll sein. Durch frühzeitige physiotherapeutische Begleitung lassen sich:
- Fehlbelastungen erkennen und ausgleichen
- Beweglichkeit erhalten und fördern
- Schmerzen vorbeugen
- Folgeschäden vermeiden
Wenn du unsicher bist, ob Physiotherapie für deinen Hund sinnvoll ist, sprich mich gerne an. Oft reicht schon ein genauer Blick, um Klarheit zu schaffen.
Denn Bewegung soll sich gut anfühlen – ein Hundeleben lang!
Was passiert bei eurem ersten physio-Termin?
Vor dem ersten Termin stellen sich viele Fragen:
Was erwartet meinen Hund? Muss er direkt mitmachen? Und was, wenn er unsicher ist?
Beim ersten Termin steht vor allem eines im Mittelpunkt: ankommen und kennenlernen. Dein Hund darf die Umgebung in Ruhe wahrnehmen und Vertrauen fassen – ganz ohne Druck. Anschließend folgt eine ausführliche Anamnese, bei der es um Beschwerden, Vorerkrankungen, Alltag und Verhalten deines Hundes geht. Danach beobachte ich Haltung, Bewegung und Gangbild, um mögliche Einschränkungen besser einschätzen zu können.
Je nach Hund und Situation kann bereits eine erste, sanfte Behandlung stattfinden. Manche Hunde brauchen jedoch etwas Zeit – auch das ist völlig in Ordnung. Auf Basis aller Eindrücke erstelle ich einen individuellen Therapieplan, abgestimmt auf deinen Hund und euren Alltag.
Jeder Hund ist einzigartig. Ziel der Physiotherapie ist es, ihn bestmöglich zu unterstützen – für mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen und mehr Lebensfreude.
Warum Hunde hinten schwach werden ohne dass es auffällt
Viele Hunde entwickeln mit der Zeit eine Schwäche in der Hinterhand, ohne dass es den Besitzerinnen und Besitzern sofort auffällt. Der Hund läuft weiterhin spazieren, wirkt motiviert und zeigt vielleicht nur kleine Veränderungen im Alltag, die zunächst kaum Beachtung finden.
Typische, oft übersehene Hinweise sind:
- Der Hund steht vorne deutlich tiefer als hinten
- Schwierigkeiten beim Aufstehen
- Zögerliches Treppensteigen
- Weniger Sprungkraft
- Vermehrtes Sitzen in schiefer Position
- Schnelleres Ermüden auf Spaziergängen
- Nägel der Vorderpfoten stärker abgenutzt
All das kann darauf hindeuten, dass die Hinterhand nicht mehr optimal arbeitet. Der Körper versucht solche Schwächen häufig zu kompensieren. Die Folge können Verspannungen im Schulterbereich oder Probleme in Ellbogen und Vordergliedmaßen sein. Gleichzeitig wird die Hinterhand immer weniger aktiv genutzt, wodurch die Muskulatur dort weiter abbaut. Dieser Kreislauf verstärkt sich mit der Zeit.
Das Schwierige daran ist, dass Hunde Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen oft sehr lange kompensieren. Sie passen ihr Verhalten an, ohne deutlich zu zeigen, dass ihnen etwas unangenehm ist. Deshalb werden Veränderungen oft erst bemerkt, wenn die Schwäche bereits weiter fortgeschritten ist.
Eine frühzeitige physiotherapeutische Betrachtung kann helfen, solche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Durch gezielte Bewegungsübungen, Muskelaufbau und Mobilisation lässt sich die Hinterhand wieder aktiver in die Bewegung einbinden.
Auch kleine Übungen im Alltag können dabei eine große Wirkung haben. Kontrolliertes Aufstehen aus dem Liegen, langsame Richtungswechsel oder einfache Stabilisationsübungen helfen dabei, die Muskulatur der Hinterhand zu aktivieren und die Körperwahrnehmung zu verbessern.
Je früher solche Veränderungen erkannt werden, desto besser lässt sich gegensteuern. Eine starke Hinterhand ist für Hunde nicht nur wichtig für Bewegung und Stabilität, sondern auch für Lebensqualität bis ins hohe Alter.


Dein Hund ist nicht faul – er hat vielleicht Schmerzen
Hunde zeigen Schmerzen anders als wir, sie jammern selten dauerhaft. Stattdessen verändern sie ihr Verhalten.
Typische Hinweise können sein:
- Treppen werden gemieden
- Weniger Spielfreude
- Häufiges Positionswechseln im Liegen
- Schiefes Sitzen
- Vermehrtes Hecheln ohne ersichtlichen Grund
- Berührungsempfindlichkeit
- Verlangsamtes Aufstehen
- Pfotenschleifen
Besonders bei Arthrose oder Rückenproblemen nehmen Hunde Bewegungen heraus, die ihnen unangenehm sind. Das wirkt nach außen wie „Bequemlichkeit“, ist aber Selbstschutz.
Physiotherapie kann helfen!
Durch gezielte Therapien und Techniken können Schmerzen reduziert, Muskulatur reaktiviert und aufgebaut, Beweglichkeit verbessert und Kompensationsmuster zu durchbrochen werden.
Wichtig ist eine individuelle Betrachtung jedes Hundes – denn jeder Körper reagiert anders.
arthrose beim hund - wenn bewegung schwerer fällt
Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen beim Hund. Besonders ältere Hunde sind betroffen, aber auch jüngere Tiere können durch Verletzungen, Fehlstellungen oder Operationen frühzeitig Veränderungen in den Gelenken entwickeln.
Bei Arthrose nutzt sich der Gelenkknorpel mit der Zeit ab. Dadurch wird das Gelenk weniger gut gepolstert und Bewegungen können schmerzhaft werden. Viele Besitzer bemerken zuerst kleine Veränderungen im Alltag: Der Hund steht langsamer auf, läuft steifer nach dem Schlafen oder springt nicht mehr so gerne ins Auto.
Oft wird das zunächst einfach als „Alter“ abgetan. Doch hinter diesen Veränderungen steckt häufig mehr.
Physiotherapie kann Hunde mit Arthrose auf verschiedene Weise unterstützen. Durch manuelle Therapie lassen sich Verspannungen lösen und die Beweglichkeit der Gelenke verbessern. Ergänzend können beispielsweise Lasertherapie oder gezielte Übungen eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Muskulatur zu stärken.
Gerade die Muskulatur spielt eine wichtige Rolle. Gut trainierte Muskeln stabilisieren die Gelenke und können dabei helfen, sie im Alltag zu entlasten. Deshalb gehören auch individuell angepasste Bewegungsübungen häufig zur Therapie.
Arthrose selbst lässt sich zwar nicht rückgängig machen – aber man kann viel dafür tun, dass betroffene Hunde weiterhin aktiv bleiben und eine gute Lebensqualität haben.
Denn Bewegung bedeutet nicht nur Aktivität.
Sie ist auch ein wichtiger Teil der Therapie.


Mein Hund läuft nach der Physiotherapie schlechter - ist das normal?
Vielleicht kennst du das: Nach der ersten physiotherapeutischen Behandlung läuft dein Hund plötzlich etwas schlechter als vorher. Das kann zunächst verunsichern, ist aber nicht immer ein Grund zur Sorge.
Durch die Behandlung werden Muskeln, Faszien, Nerven und Gelenke stimuliert. Gerade bei älteren Hunden oder lang bestehenden Beschwerden muss sich der Körper zunächst an die veränderten Bewegungsmuster anpassen. Ähnlich wie beim Menschen kann es zu einer Art „Muskelkater“ kommen.
Mögliche Reaktionen sind:
- vorübergehende Steifheit
- vermehrtes Schlafbedürfnis
- schnellere Ermüdung
- ein etwas unsichereres Gangbild
In der Regel sollten sich diese Veränderungen innerhalb von 24 bis 72 Stunden wieder bessern.
Hält die Verschlechterung länger an oder zeigt dein Hund deutliche Schmerzen oder starke Bewegungseinschränkungen, solltest du Rücksprache mit deinem Therapeuten oder Tierarzt halten.
Eine Erstreaktion nach der Physiotherapie ist nicht ungewöhnlich und bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung geschadet hat. Gerade bei Senioren gilt häufig: Weniger ist manchmal mehr!
dein Hund schleift die Krallen – was steckt dahinter?
Hörst du beim Spaziergang ein leichtes Kratzen auf dem Boden oder fallen dir ungewöhnlich stark abgenutzte Krallen auf? Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Wenn Hunde ihre Pfoten nicht mehr ausreichend anheben, können verschiedene Ursachen dahinterstecken:
- Arthrose
- Muskelschwäche
- neurologische Erkrankungen
- Störungen der Körperwahrnehmung (Propriozeption)
Besonders Erkrankungen wie ein Cauda-Equina-Syndrom, ein Bandscheibenvorfall oder altersbedingter Muskelabbau können dazu führen, dass die Pfoten nicht mehr richtig angehoben werden.
Begleitend treten häufig weitere Symptome auf:
- Unsicherheit der Hinterhand
- Stolpern
- Schwierigkeiten beim Aufstehen
- nachlassende Bewegungsfreude
Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser kann durch tierärztliche und physiotherapeutische Maßnahmen geholfen werden.
Schleifende Krallen sind kein normales Alterszeichen oder Faulheit und sollten immer ernst genommen werden. Oft sind sie ein erster Hinweis auf Probleme des Bewegungsapparates oder des Nervensystems.
Spondylose beim Hund – mehr als nur Alterserscheinung
Die Diagnose Spondylose sorgt bei vielen Hundebesitzern zunächst für Verunsicherung. Dabei bedeutet sie nicht automatisch, dass dein Hund starke Schmerzen hat oder kaum noch laufen kann.
Bei einer Spondylose bilden sich knöcherne Zubildungen an der Wirbelsäule. Diese entstehen meist langsam über viele Jahre und sind häufig Teil eines natürlichen Alterungsprozesses. Nicht jeder Hund mit Spondylose zeigt Beschwerden.
So erkennst du es bei deinem Liebling:
- Steifheit nach dem Liegen
- Schwierigkeiten beim Aufstehen
- verminderte Bewegungsfreude
- Probleme beim Springen
- verspannte Rückenmuskulatur
- Veränderungen im Gangbild (Pass)
Da Hunde Schmerzen oft lange kompensieren, fallen die ersten Veränderungen häufig nur schleichend auf.
Ziel der Hundephysiotherapie ist es, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten, Schmerzen zu lindern und die Muskulatur zu unterstützen. So kann die Lebensqualität deines Hundes häufig deutlich verbessert werden.
Eine Spondylose ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit einem individuell angepassten Management können viele Hunde noch lange aktiv und glücklich bleiben.


Warum das Gangbild deines Hundes so wichtig ist
Viele Hunde zeigen Schmerzen oder Einschränkungen nicht offensichtlich. Oft verraten schon kleine Veränderungen im Bewegungsablauf, dass etwas nicht ganz stimmt. Genau deshalb gehört die Gangbildanalyse zu den wichtigsten Bestandteilen der physiotherapeutischen Untersuchung.
Doch worauf achten wir eigentlich? Hier ein paar Beispiele, die auch du beobachten kannst:
Wie setzt dein Hund seine Pfoten auf? Dreht er sie nach außen oder innen? Wie bewegt sich die Wirbelsäule? Schwingt der Kopf gleichmäßig mit? Wie bewegt sich das Becken? Zeigt die Rute eine Richtungstendenz? Wie setzt er sich hin und wie steht er wieder auf?
Manchmal sind es die kleinsten Veränderungen, die den entscheidenden Hinweis liefern. Viele Hunde kompensieren Beschwerden erstaunlich lange, sodass das Gangbild häufig schon Veränderungen zeigt, bevor eine deutliche Lahmheit sichtbar wird.
Das Gangbild ist wie ein Fenster in den Bewegungsapparat. Es verrät uns nicht nur, dass etwas nicht stimmt, sondern oft auch wo wir genauer hinschauen sollten.
